Frieden mit der Vergangenheit, frei von Altlasten

Warum tun wir so oft, was wir nicht wollen

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, braucht es beständig Zuwendung - oder gefühlvoller: Liebe. Aber die bekommt es nicht ununterbrochen. Sobald der Strom der mütterlichen bzw. elterlichen Liebe vorübergehend abbricht, bekommt das Kind, dessen Überleben von dieser Zuwendung abhängig ist, instinktiv das Gefühl: "Mit mir stimmt etwas nicht!" Das Kind orientiert sich zwangsläufig an den Eltern. Um geliebt zu werden, bemüht es sich, so zu sein, wie die Eltern. Das Motto dabei: "Mutter, Vater ich bin genau wie du, liebst du mich jetzt?". In der Folge kopiert das Kind positive und negative Eigenschaften der elterlichen Vorbilder und übernimmt so die Verhaltensweisen (Muster) der Eltern oder Ersatzeltern.  

So entstehen die wesentlichen Prägungen. Entweder übernimmt das Kind dabei Verhaltensweisen direkt oder es möchte auf keinen Fall so sein wie die Eltern und praktiziert jeweils das gegenteilige Verhalten, rebelliert. Dieser Mechanismus bleibt auch im Erwachsenenalter wirksam, so lange diese und vielleicht durch andere am Erziehungsprozess beteiligte Personen entstandene Prägungen nicht aufgearbeitet sind.  


Manche dieser Verhaltensweisen sind nützlich, viele aber schaden unserer Lebensqualität, schränken unsere Lebensfreude ein, belasten immer wieder unsere Beziehungen zu anderen Menschen, zum Lebenspartner, zu den Kindern. Das Kind in uns bedarf der Nachreifung und der Ablösung, wir als Erwachsene müssen uns diesen Teilen unserer Persönlichkeit und den Auswirkungen auf unser bisheriges Leben und die Beziehungen bewusst machen und gleichzeitig an dem Reife- und Ablöseprozess liebevoll und achtsam arbeiten. 

Sich selbst erfahren und die anderen erfahren und verstehen 

Es geht also darum, in einem Selbsterfahrungsprozess zu erkennen und zu bearbeiten, wie die eigene Persönlichkeit durch negative Verhaltensmuster beider Elternteile (und eventuell Ersatzeltern) geprägt wurde. Die eigene Persönlichkeit kann man sich an einem Modell mit vier großen Anteilen klarmachen. Zunächst ist da der Körper, sozusagen die stoffliche Behausung für die anderen Teile. Einen weiteren Anteil bildet das emotionale Selbst. Um die Heilung und Entwicklung dieses Anteils geht es vorrangig. Den dritten Anteil bildet das intellektuelle Selbst, der denkende Aspekt, der in unserer Kultur besonders stark ausgeprägt ist, da Erziehung, Schule, der gesamte Alltag vor allem diesen Anteil in uns fördern, fordern und uns konditionieren. Der Mensch besteht nach diesem Modell aber nicht nur aus Körper, Gefühl und Verstand, sondern es gibt noch einen vierten Anteil, das spirituelle Selbst. Es ist der seelischer Anteil, der jenseits aller Prägungen heil und unversehrt, liebevoll und liebenswert ist und den jeder Mensch aus jenen Momenten im Leben kennt, in denen er zufrieden, glücklich und mit sich und der Welt eins war. In diesem Teil unserer Seele reichen wir über die Begrenzungen unserer biographischen Prägungen hinaus, sind wir also transpersonal. Wie schon vormals C.G. Jung betrachtet die Transpersonale Psychologie den Menschen als eingebettet in die Schöpfung und einen Ursprung, die über die eigene Lebensgeschichte hinausreichen.

Dieses Modell vor Augen, kann Sie einen Selbsterfahrungsprozess selbst mit großem Effekt vorbereiten und durchführen, indem durch Bearbeitung strukturierter Fragen ein Bild vom Lebenslauf und der eigenen Charakterstruktur entsteht.. In diesem Bild geht es vornehmlich um negative Verhaltensweisen, die den Prägungen aus elterlicher, Erziehung durch andere Personen und bedeutenden Lebensereignisse entstammen und die seelische Gesundheit sowie die Lebensqualität des Menschen beeinflussen und beeinträchtigen. Das Erkennen und Benennen von zahlreichen Facetten der eigenen Struktur kann durch persönliches Coaching erfahrungsgemäß vertieft und verfeinert werden.

Schritt für Schritt zum inneren Frieden, zur Freiheit und Handlungsfähigkeit

In einem ersten Schritt kann dann das gesammelte Material dazu genutzt werden, um in harter Form Anklage gegen die dunkle wie negative Struktur der Eltern, Ersatzeltern und an negativen Lebensereignissen beteiligten Personen zu führen. Mit dieser Anklage findet eine emotionale Entladung, eine körperlich-seelische Reinigung sowie ein intensiver Bewusstwerdungsprozess statt. Auf diese Weise wird zu den Mustern (negativen Verhaltensweisen) eine innere Distanz eingenommen. Menschen, die in dieser Weise vorgehen, machen die Erfahrung, dass sie die Muster loslassen können. Dabei lernen sie auch, sich von Umständen und Verhaltensweisen, die ihnen nicht gut tun, abzugrenzen und Nein dazu zu sagen.
Im zweiten Schritt sollte dann die Kindheit der eigenen Eltern und Ersatzeltern und ggf. der an den bedeutenden Lebensereignissen beteiligten Personen erforscht werden. So kann man erfahren, warum die Eltern, die an den eigenen Prägungen beteiligten Menschen so geworden sind und wie diese die eigene Kindheit erlebt haben. Gleichzeitig kann die emotionale Grundstruktur dieser Menschen auf einer intellektuellen und emotionalen Ebene zum Verstehen gebracht werden. Gerade dazu kann man sich Techniken bedienen, die auf intuitive Weise den Zugang zu Informationen eröffnen, die jeder Mensch im Unterbewusstsein hat. Mit dieser Arbeit wird es möglich, ein tiefes und umfassendes Verständnis für die Entstehung der eigenen Struktur zu bekommen und einen Einblick darin zu gewinnen, wie Muster über Generationen hinweg weitergegeben werden. In der Verteidigung, wie dieser zweite Schritt auch genannt werden kann, wird erlebbar und verstehbar, warum die prägenden Menschen an Muster "gebunden" nicht anders handeln konnten.

Dieses Verständnis bildet die Voraussetzung für den dritten Schritt in dem Selbsterfahrungsprozess. In der Versöhnung wird negativ beurteilten Menschen der schädliche Einfluss auf die eigene Kindheit vergeben und gelernt, die Verletzungen und negativen Prägungen mitfühlend loszulassen. Dabei kann ein weiter seelischer Raum erlebt werden, in dem eine tiefe Liebe zu den vormals erziehenden Menschen empfunden wird, wirkliches Mitgefühl mit ihnen entsteht und sie so als die eigenen Eltern bzw. als Menschen in ganz neuer Form angenommen werden können. Damit eröffnet sich auch die Möglichkeit, auf Eltern, Ersatzeltern und andere Menschen nun mit großer Offenheit zuzugehen und die "unerledigten Geschäfte" zu einem guten Ende zu bringen.

Die psychologische Wirksamkeit dieser drei grundlegenden seelischen Schritte besteht unter anderem darin, dass in diesem Ablauf die eigene Charakterstruktur in ihren negativen Aspekten nach draußen geholt wird. Sie wird auf die prägenden Menschen projiziert, mit Abstand angeklagt, verstanden und schließlich – angenommen. In der Versöhnung mit den negativen Menschen, insbesondere der Kindheit, findet die Versöhnung mit sich selbst statt. Hier geschieht Selbstheilung, hier entsteht Selbstannahme und Selbstliebe als Grundlage für Veränderung da, wo Veränderung gewünscht wird.

Nach einem solchen sicher auch sehr intensiven Selbsterfahrungsprozess geht es nun weiter darum zu lernen, wie Veränderungen in der eigenen Charakterstruktur nachhaltig bewirkt werden können, wie mit der eigenen Struktur im Alltag besser umgegangen werden kann und welche Rolle Muster im Beziehungsgeschehen spielen. Deshalb macht es Sinn weiter zu gehen, zu schauen und für sich erlebbar zu machen, wie man der Gesamtheit der eigenen Negativität, der so genannten dunklen Seite der eigenen Persönlichkeit, ehrlich und wirksam begegnen kann. Für diese wichtige Arbeit gibt es eine Reihe von einfachen „Werkzeugen“, über die Sie im Coaching oder auch durch Teilnahme am Crash-Training mehr erfahren können.

 

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